Meine Anfangsjahre

Noch kein Firmenpapier, Visitenkarten o.ä. vorhanden aber durch Empfehlungen hatte ich schon in der ersten Woche mehrere Aufträge zu bearbeiten. Ein Notizblock musste für die ersten Arbeitsnachweise reichen und da mein Transporter noch beim Beschriften war lieh ich mir kurzerhand einen Wagen. Als Visitenkarte schrieb ich auf einen Notizzettel einfach meine Adresse und Telefonnummer. Die ersten Kunden von damals zählen noch heute zu meinen treuesten Kunden.

Da ich nun immer öfter den ganzen Tag nicht im Büro sein konnte, gelang es mir meine Frau für die Büroarbeit anzuwerben, denn ich empfand es als „Unmöglich“, dass ein Handwerker telefonisch nicht erreichbar ist.
Bereits nach einem dreiviertel Jahr war die Auftragslage so gewachsen, dass ich den ersten Gesellen einstellte. Und es sollte nicht der letzte sein.

Durch weitere Empfehlungen betraute man mich auch mit Großprojekten. Für eine Genossenschaft bauten wir z.B. tausende von Wohnungswasserzählern ein und beim ARGE Elbtunnelbau sorgten wir u.a. für die Wärme- und Wasserversorgung. Für ein Aluminium Werk in Finkenwerder installierten wir Hallenheizungen und für eine Essig Fabrik einen Dampfkessel mit über einem Megawatt Leistung. In dieser Zeit bildete ich erfolgreich drei Lehrlinge zum Gas- und Wasser Installateur aus und beschäftigte bis zu 5 Gesellen.

Es zeigte sich für mich aber auch, dass diese Großprojekte mich sehr in Anspruch nahmen und mein eigentliches Augenmerk auf den privaten Hausbesitzer immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch was den Service betraf konnte ich nicht zufrieden sein. Ich wollte den Kundendienst mehr ausbauen, denn Großprojekte haben irgendwann auch ein Ende und es zählten bei zukünftigen Vorhaben in dieser Größenordnung nur selten Zuverlässigkeit, fachliche Kompetenz und handwerkliches können, sondern nur der günstigste Preis.
Durch diese Entwicklung waren wir zu einem Umdenken in Richtung Kundenservice gezwungen, was leider nicht jedem meiner damaligen Mitarbeiter gelang.

Seit 2001, als mein letzter Lehrling erfolgreich die Gesellenprüfung bestand, arbeite ich wieder wie zu Anfang, alleine. Meine Befürchtung dass dadurch meiner Kunden unzufrieden sein könnten, haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil. Man nahm es sehr positiv auf, dass fortan der Chef grundsätzlich alle Arbeiten persönlich ausführt.