Meine Anfangsjahre

Der 3. Mai 1994 und noch kein Firmenpapier, Visitenkarten o.ä. vorhanden, aber durch Empfehlungen schon in der ersten Woche der Gründung meiner Firma bereits mehrere Aufträge zu bearbeiten. Ein Notizblock musste für die ersten Arbeitsnachweise reichen und da mein Transporter noch beim Beschriften war lieh ich mir kurzerhand einen Kombi. Als Visitenkarte schrieb ich auf einen Notizzettel einfach meine Adresse und Telefonnummer. Die ersten Kunden von damals zählen noch heute zu meinen treuesten Kunden.

Durch weitere Empfehlungen konnte ich immer öfter nicht im Büro sein und es gelang mir meine Frau für die Büroarbeit anzuwerben, denn ich empfand es als „selbstverständlich“, dass ein Handwerker telefonisch erreichbar sein muss, zumal es damals noch keine Handy´s gab.
Bereits nach einem dreiviertel Jahr war die Auftragslage so gewachsen, dass ich den ersten Mitarbeiter einstellte. Und es sollte nicht der letzte sein.

Durch weitere Empfehlungen wurde ich auch mit Großprojekten betraut. Für  z.B. die Schiffszimmerer Genossenschaft baute ich u.a. tausende von Wohnungswasserzählern ein und bei der ARGE 4. Elbtunnelröhre sorgte ich u.a. für die Wärme- und Wasserversorgung während der über 10 jährigen Bauzeit!. Für ein Aluminium Werk in Finkenwerder installierte ich Hallenheizungen und für eine Essig Fabrik einen Dampfkessel mit über einem Megawatt Leistung. In dieser Zeit bildete ich erfolgreich drei Lehrlinge zum Gas- und Wasser Installateur aus und beschäftigte bis zu 5 Gesellen.

Es zeigte sich aber auch, dass diese Großprojekte mich sehr in Anspruch nahmen und mein eigentliches Augenmerk auf den privaten Hausbesitzer immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch was den Service betraf konnte ich nicht zufrieden sein. Ich wollte auch für die kleinen Sorgen der Kunden erreichbar sein und den Kundendienst mehr ausbauen, denn Großprojekte haben irgendwann auch ein Ende und es zählten bei zukünftigen Vorhaben in dieser Größenordnung nur selten Zuverlässigkeit, fachliche Kompetenz und handwerkliches können, sondern nur der günstigste Preis.
Diese Entwicklung hat mich darin bestärkt, dass ich mich wieder auf den Privatkunden konzentriere.

Seit 2001, als mein letzter Lehrling erfolgreich die Gesellenprüfung bestand, arbeite ich daher wieder wie zu Anfang, alleine. Man nahm es allgemein bei meinen Kunden sehr positiv auf, dass fortan der Chef grundsätzlich alle Arbeiten persönlich ausführt.